Forum zum Thema Energieausweis, Energiesparen und Modernisierung

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Anzahl Nachrichten: 11 - Seiten (1): [1]
Autor: olaf
Erstellt: 10.04.2012 - 20:29
Betreff: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
Ich habe gelesen und finde es auch plausibel, dass das die effizienteste und ökologichste Heizungsform ist. Wenn der Strom zu 100% aus Sonnenenergie gewonnen wird, dann ist eine damit betriebene Stromheizung auch 100% regenerativ. Besser geht es doch nicht
Autor: warmeguru
Erstellt: 12.04.2012 - 11:49
Betreff: re: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
Na ich finde solche pauschalen Aussagen immer etwas problematisch.
Infrarotheizung hat sicher Vorteile: Durch den hohen Strahlungsanteil wird das Raumklima auch bei vergleichsweise niedrigeren Raumtemperaturen als behaglich empfunden. In der Praxis braucht man Räume dann ca. 2-3 Grad weniger zu heizen, um es gleich warm zu empfinden. Daraus ergibt sich in etwa eine Endenergieeinsparung (s. Energieausweis) von 10-15%.
Wird die Infrarotheizung elektrisch betrieben, dann gibt es aber auch einen gewichtigen Nachteil. Elektroenergie wird zu einem großen Teil noch aus fossilen energieträgern mit schlechtem Wirkungsgrad erzeugt, was sich in einem verhältnismäßig schlechten Primärenergiefaktor von gegenwärtig ca. 2,6 ausdrückt, d.h. um eine Kilowattstunde Elektroenergie zu erzeugen, werden 2,6 kWh Primärenergie (Gas, Öl, Kohle etc.) benötigt.
Das macht elektrische Infrarotheizungen natürlich in Summe ziemlich ineffizient.
Das ändert sich auch nicht, wenn man Strom einer hauseigenen PV-Anlage einsetzt. Mal alle technischen Umsetzungsprobleme (Leistung, Verfügbarkeit) beseite gelassen, könnte man den erzeugten Strom deutlich sinnvoller nutzen, für Heizzwecke z.B. in Verbindung mit einer Wärmepumpe, die aus jeder Kilowattstunde Strom 3 bis 4 kWh Heizenergie macht.
Autor: vklinkert
Erstellt: 06.01.2013 - 22:24
Betreff: re: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
das ist doch kompletter Unsinn. In einer solchen Konfiguration passen die Zeitpunkte des Bedarfs und Angebotes praktisch nie aufeinander. Das heißt, der erzeugte Strom muss ins öffentliche Netz eingespeist werden und dann bei Bedarf wieder aus selbigen entnommen werden. Eine Zwischenspeicherung in der benötigten Größenordnung ist praktisch nicht bezahlbar. Also...was macht es für einen Unterschied zur "normalen" Stromheizung? Keinen! Unökologisch und ineffizient
Autor: pf22s
Erstellt: 11.01.2013 - 12:02
Betreff: re: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
Bei allem Respekt Herr Klinkert, auch hier liegen Sie falsch. Ihr Beitrag datiert vom 06.01.2013! Ich bin seit über 20 Jahren Fachplaner für TGA. Gerade unsere Branche ist von Neuentwicklungen, veränderte Normung durch EU-Richtlinien und so weiter stark frequentiert. Paradebeispiele sind die Trinkwasserversorgung und die Änderungen in der DIN1946. Die Entwicklungen bei der (Energie)speichertechnik dürften Ihnen in den letzten Monaten nicht entgangen sein? Oder doch? Ich empfehle Ihnen den Markt zu beobachten. Es wird sich einiges bewegen. :-)
Autor: vklinkert
Erstellt: 11.01.2013 - 13:47
Betreff: re: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
Ich beobachte den Markt sehr gut und bin ebensolange im "Fach"...ansonsten lese ich jetzt nicht sonderlich viele Argumente. Wenn Sie aber aktuell für 10 kW Speicher installieren wollen, dann müssen Sie nur dafür deutlich mehr ausgeben wie für jede erdenkliche Heizung. Von Speichertechnologien wird z.Zt. so wahnsinnig viel geredet, weil wir sie dringend brauchen und nicht, weil wir sie so massenhaft günstig haben. Selbst wenn es ein marktfähiges Speichersystem in dieser Größenordnung gäbe, wäre es ökonomischer und ökologischer Unsinn, den (teuer erkauften) Solarstrom 1:1 in Wärme umzuwandeln. Mit einer Wärmepumpe kann man den Strom mit Faktor 1:3 (Luftwärmepumpe) oder 1:4 (Erdreich-WP) nutzen. Im Übrigen eine Technik, die es seit Jahrzehnten am Markt gibt.
Autor: pf22s
Erstellt: 11.01.2013 - 15:13
Betreff: re: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
Deswegen habe ich geschrieben, dass der Markt noch mehr in Bewegung kommen wird. Wenn Sie mit 450W (IR-Heizung) einen Raum von 20m² beheizen können, dann ist Ihre Schlussfolgerung, dass IR-Heizung mehr Energie verbraucht, als die uns bisher bekannten Heizsysteme, nicht nachvollziehbar. Ich zweifel auch an Ihrer Objektivität, da Sie permanent die Wärmepumpe in Ihren Beiträgen so hervorheben? Was würde sich für Sie, als Energieberater ändern, wenn sich die Infrarotheizung durchsetzt? Und das wird sie! Es fällt mir sehr schwer aus Ihrer Argumentation die Unabhängigkeit und die Objektivität eines Energieberaters zu erkennen.
Autor: vklinkert
Erstellt: 12.01.2013 - 12:02
Betreff: re: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
Naja...letzteres lässt sich ziemlich leicht aufklären. Weder vertreibe ich Heizsysteme, noch wirke ich mit meiner Beratung an der Kaufentscheidung für bestimmte Produkte mit. Insofern habe ich überhaupt kein Interesse, hier bestimmten Angeboten das Wort zu reden. Bei Ihnen verhält es sich da ja etwas anders, da Sie Infrarotheizungen aktiv vertreiben. Wir können uns aber auch auf die Sache konzentrieren:
Natürlich sind Strahlungsheizungen in der Wärmeabgabe effizienter als reine Konvektionsheizungen, doch der Effekt ist keinesfalls so groß, wie oft dargestellt wird, denn
1. Haben auch Infrarot- und andere Strahlungsheizungen immernoch einen deutlichen Konvektionsanteil
2. Geben natürlich die angestrahlten Flächen Wärme zum großen Teil konvektiv ab
In der Praxis wird bei Strahlungsheizung die gleiche Behaglichkeit empfunden wie bei Konvektionsheizungen, wenn die Lufttemperatur 1-3 K niedriger ist. Es werden also ca. 10-15% weniger Energie (am Ort der Wärmeabgabe) benötigt. Dies gilt aber so für alle Arten von Strahlungsheizungen, also auch für gasbetriebene oder für wasserdurchströmte Flächenheizungen (Fußboden-,Wandheizung etc.)
So...und für die Gesamteffizienz ist es natürlich entscheidend, wieviel Primärenergie aufgewendet werden muss, um die benötigte Energie am Ort der Wärmeübergabe bereitzustellen.
Bei elektrischen Strahlungsheizungen ist das recht einfach, da braucht man exakt soviel Elektroenergie, wie Wärme benötigt wird. Und da sind eben Wärmepumpensysteme effizienter, da sie für die Wärmebereitstellung nur 1/3 bzw. 1/4 Elektroenergie benötigen und den restlichen Teil aus Umgebungswärme (Außenluft, Erdwärme) nutzen. Das ist doch eine sehr simple Rechnung.
Autor: pf22s
Erstellt: 12.01.2013 - 17:36
Betreff: re: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
Für Sie ist die Rechnung simpel, für mich leider nicht! Weder teile ich Ihre Auffassung zum Konvektionsanteil noch bin ich zur Effizienz gleicher Meinung. Vielleicht liegt es daran, dass es verschiedene Infrarotheizsysteme gibt und Sie bestimmte Systeme noch nicht kennen? Aber das ist in Ordnung. Was für mich keineswegs in Ordnung ist, wenn Gutachten in Auftrag und erstellt werden, die keine nachvollziehbare Grundlage haben. Sicher, die Studie ist nicht von Ihnen, jedoch haben Sie diese kommentiert. Die von mir angesprochenen Mängel der Studie nehmen Sie einfach so hin, obwohl ich annehme, dass Ihnen diese selbst schon längst aufgefallen sind. Ich weiß, wie brisant und "heiß" das Thema IR-Heizung bei uns diskutiert und teilweise auch heftig angegriffen wird.
Diese Plattform nutze i.d.R. nicht, um fachliche Diskussionen zu führen. Vielleicht läuft man sich mal über'n Weg? Erfolgreiche Geschäfte wünsche ich Ihnen
Autor: vklinkert
Erstellt: 14.01.2013 - 08:04
Betreff: re: re: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
Die IR-Heizung selbst wird ja nicht angegriffen, eher schon die Praktiken, wie diese vertrieben wird. Aussagen, dass sich mit IR-Heizungen 30-70% Heizenergie sparen lassen, dass keine Lüftungsverluste mehr auftreten und das alles in den wundersamen Oberflächen (die natürlich nicht näher spezifiziert werden (können)) begründet ist, sind eben nicht besonders hilfreich für eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Ich streite gar nicht ab, dass es im IR-bereich auch seriöse Anbieter gibt, die Ihre Kunden korrekt beraten aber in der öffentlichen Wahrnehmung fallen eben eher die Vielzahl von unseriösen Versprechen auf.
Natürlich hat jede Studie Mängel, für mich liegt der Mangel der Schweizer Studie vor allem im Umstand begründet, dass zum Vergleich nur die Wärmepumpe herangezogen wurde. Hier wäre ein breiterer Vergleich wünschenswert gewesen. Und natürlich ist es auch nicht verständlich, dass es bislang keine Untersuchungen gibt, die die verschiedenen Heizsystzeme in der Praxis vergleichen (unter wissenschaftlicher Kontrolle). In der Lüftungstechnik hat man es schon vor 10 Jahren geschafft, alle maßgeblichen Systeme in einem Feldtest mit baugleichen Niedrigenergiehäusern zu untersuchen, teilweise mit erstaunlichen Resultaten.
Nochmal zur Infrarotheizung: Diese hat sicher Ihre Berechtigung als Heizsystem, nur eben nicht als Komplettausstattung für normale Gebäude, geschweige denn unsanierte Häuser. Hier werden die Bewohner schnell ihr blaues (Kosten)Wunder erleben oder halt frieren müssen. Sinnvoll kann der Einsatz dort sein, wo nur temporär geheizt wird oder die Anbindung von Räumen an die zentrale Heizung zu aufwendig ist. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass Infrarotheizungen im Niedrigstenergiehaus oder Passivhaus wirklich eine vernünftige Alternative zur Warmwasserheizung sind, weil deren Installation in Bezug auf den marginalen Energiebedarf einfach zu aufwendig ist.
Autor: warmeguru
Erstellt: 15.01.2013 - 21:41
Betreff: re: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
Die Strompreise steigen kurzfristig, Speichertechniken wird es wohl erst mittelfristig geben. Inzwischen wird ja wieder der verpönte Nachtspeicherofen aus der Mottenkiste geholt, der zwar total ineffizient ist aber (theoretisch) helfen kann, die nächtlichen Überkapazitäten im Stromangebot abzubauen. Ist alles keine einfache Thematik, die aber vor allem keine pauschalen Urteile verträgt.
Autor: schneerose
Erstellt: 01.06.2015 - 15:31
Betreff: re: re: Infrarotheizung mit PV-Anlage koppeln
pf22s schrieb:
... dass es verschiedene Infrarotheizsysteme gibt und Sie bestimmte Systeme noch nicht kennen? ... Mängel der Studie
Lieber pf22s, ich las eine Studie (pro IR-Heizung, Kosack, Kaiserslautern 2009), die für mich plausibler ist, als jene aus der Schweiz. Könnten Sie mir einen Tipp geben, wo ich mir einen (realistischen + neutralen) (Grob)Überblick über den aktuellen Stand verschaffen kann? (das wäre gegebenenfalls wichtig für mich, um die Güte einer entsprechenden Beratung einschätzen zu können bzw im Allgemeinen sowieso) danke im Voraus + schöne Grüße
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