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Vorgelegter EE KANN nicht stimmen?!

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Anzahl Nachrichten: 4 - Seiten (1):
Autor: mg6358
Erstellt: 19.01.2013 - 12:32
Betreff: Vorgelegter EE KANN nicht stimmen?!
Hallo und guten Tag,

im Zusammenhang mit dem Energieausweis haben wir (meine Tochter) momentan ein Problem, bei dem wir nicht so genau wissen wie wir uns verhalten sollen und ich hoffe sehr auf konstruktive Vorschläge.

Der Sachverhalt: Meine Tochter arbeitet ganztags und bekommt "Aufstockung" vom Amt. Im vergangenen Jahr hat die ARGE die Nachzahlung von Warmwasser + Heizkosten in Höhe von 721,00€ übernommen mit der Maßgabe, die Kosten zu senken.

Die jetzige NK-Abrechnung betrug 812,00€.
Wir haben den Antrag auf Übernahme eingereicht und bekamen einen Zwischenbescheid mit der Aufforderung einen Fragebogen zum Gebäude auszufüllen und eine Kopie des Energieausweises beizubringen.

Nach Diskussion mit dem Vermieter, ob die ARGE den EE verlangen kann oder nicht, bekamen wir den EE per Fax.

Der Energieausweis ist für das gesamte Eck-Grundstück, also für 3 Häuser ausgestellt und der ausgewiesene Kennwert beträgt 145,9.

Die betreffenden Häuser sind 1935 gebaut und nicht gedämmt, weder die Mauern noch das Dach.

Die Wohnung meiner Tochter ist im Dachgeschoss, umgeben von 4 unbeheizbaren Wänden (Treppenhaus, Bodenkammern) und über der Wohnung ist ein ungedämmter Spitzboden.

Wenn die ARGE den Energieausweis für bare Münze nimmt, wird meine Tochter sich wohl eine andere Wohnung suchen müssen, weil sie angeblich unangemessen heizt...

Meine Frage nun: Hat die ARGE Fachleute die prüfen, ob die Angaben im EE stimmen können?

Ist es sinnvoll den Vermieter auf unsere Zweifel bezüglich des Gutachtens hinzuweisen?
Immerhin hat ja Jemand das Teil unterschrieben, in dem Fall von der Firma die auch die Verbrauchsablesung und Abrechnung macht...

Komisch ist auch das sich die Häuser in Leipzig befinden, die Hauseigentümer und die Gutachterin aber aus NRW sind.
Die Hausverwaltung, die sich um alles kümmert, hat ihren Sitz in Sachsen, da wäre doch mit Sicherheit ein Gutachter aus dem Nahbereich angemessener gewesen ?!

Ich weiss nicht, irgendwie passt das alles nicht zusammen, aber was tun???

Vielen Dank schon mal für Eure Antworten

FG von Mari


Autor: vklinkert
Erstellt: 22.01.2013 - 21:13
Betreff: re: Vorgelegter EE KANN nicht stimmen?!
Hallo,

Sie beschreiben hier ein Problem, dass es tatsächlich beim Energieausweis für Mehrfamilienhäuder gibt. Der Energieausweis kann immer nur für das gesamte Haus ausgestellt werden und ist damit auch repräsentativ für jede einzelne Mieteinheit, auch wenn in Wirklichkeit (was völlig normal ist) die Verbräuche der einzelnen Wohnungen natürlich vom aufgeführten Verbrauchskennwert abweichen können.
Nun kann ich aber nicht einschätzen, wie sehr im Fall Ihrer Tochter der individuelle Verbrauch abweicht. Wie groß (m²) ist die Wohnung Ihrer Tochter?
Bitte fragen Sie mal nach, mit dieser Angabe kann ich eher ein Urteil abgeben.

Das der Gutachter nicht aus Leipzig ist, heißt nicht automatisch, dass mit dem Energieausweis etwas nicht stimmt. Wenn der Gutachter für Verbräuche und Gebäudedaten nachvollziehbare Nachweise hat, kann er auch einen gültigen Verbrauchsausweis ausstellen, ohne das Gebäude gesehen zu haben.

Beste Grüße
vk

Autor: mg6358
Erstellt: 24.01.2013 - 08:20
Betreff: re: Vorgelegter EE KANN nicht stimmen?!
Hallo Herr Klinkert,

danke für Ihre Rückantwort.

Ich habe mir von meiner Tochter die NK-Abrechnung geben lassen.
Die Wohnung ist 49,25qm groß, die Gesamtwohnfläche ihres MFHes 394qm.

Das der Energieausweis für ein komplettes Haus gilt war mir schon bewusst.
Aber der vorgelegte EA ist für DREI Häuser, die offensichtlich EINEN Eigentümer haben und auf einem Grundstück stehen. Müsste denn da nicht jedes einzelne Haus einen EA haben?

Die Gesamt-Heizkosten Brutto betragen für alle 3 Häuser 17.880€.
Also, ich nehme an das die Kosten für alle drei Häuser sind, weil über der NK-Abr. steht: ... straße /...straße (Eckgrundstück).

Wenn das allerdings die Gesamtkosten sind und meine Tochter muss alleine schon 875€ zahlen, da stelle ich mir schon einige Fragen...

Freundliche Grüße
mg6358

Autor: vklinkert
Erstellt: 25.01.2013 - 07:15
Betreff: re: Vorgelegter EE KANN nicht stimmen?!
Also zum Umstand, dass der Energieausweis für zusammen drei Häuser ausgestellt wurde, ist folgendes zu sagen:
Wenn sich verschiedene Gebäude auf einer Liegenschaft befinden und durch ein gemeinsames Heizsystem versorgt werden, kann auch ein gemeinsamer Energieausweis erstellt werden. Diese Regelung gilt allerdings NUR FÜR NICHTWOHNGEBÄUDE! Wohngebäude müssen IMMER einzeln betrachtet werden! Wenn es also ist, wie Sie beschreiben, dann ist der Energieausweis ungültig.

Zu den Nebenkosten: Diese enthalten ja nicht nur die Heizkosten, die müsste man schon separat betrachten.
Nur soviel: Den mittleren Verbrauchskennwert von 145 kWh/m²a auf die Wohnung Ihrer Tochter angesetzt, ergäbe einen erwartbaren Verbrauch von 7300 kWh pro Jahr. Als Kosten für die Bereitstellung dieser Wärme kann man inklusive Brennstoffkosten und aller weiteren Kosten für Wartung/Instandhaltung, Schornsteinfeger etc. durchaus mit 9-10 Ct/kWh rechnen. Damit liegt man auch schon mal ganz Theoretisch in einer Größenordnung von 700 €/Jahr. Nun kann der tatsächliche Jahresverbrauch aber aufgrund klimatischer Abweichungen (ohne weiteres +/- 10%) und Abweichungen im Nutzerverhalten (bis zu 20-30%) höher oder niedriger ausfallen.
Insofern sehe ich hier keinen Konflikt zwischen den Angaben des Energieausweises und der Entwicklung der Nebenkosten Ihrer Tochter.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier das Amt ein Problem identifiziert. Wenn ja, dann melden Sie sich einfach noch einma bei uns
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