Forum zum Thema Energieausweis, Energiesparen und Modernisierung

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Anzahl Nachrichten: 18 - Seiten (1): [1]
Autor: infrarot
Erstellt: 05.03.2009 - 23:00
Betreff: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Ich bin ja von meiner Infrarotheizung begeistert.
Es gibt derzeit kein günstigeres Heizsystem und es ist noch behaglicher als der gute Kachelofen.
Wie das geht?
Ganz einfach:
Die Infrarotstrahler wandeln den Strom hocheffizient in Wärmestrahlung um, die nur an den Menschen abgegeben wird und nicht an den Raum. Dafür sorgt eine speziell entwickelte Strahlungsbeschichtung. Das ganze wird gesteuert von einem intelligenten Funkthermostat, so dass nochmals Energie gespart wird. Es gibt kein zukunftsweisenderes Heizsystem.
Das es unschlagbar günstig ist, kann jeder nachvollziehen:
Die Investitonskosten für ein EFH liegen bei nur ca. 12.000.
Die Heizkosten liegen bei nur 1100 Euro im Jahr, zumal das System hauptsächlich in der Nebensaison arbeitet und in der Hauptsaison Wärme abgibt.


Autor: vklinkert
Erstellt: 06.03.2009 - 09:21
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Das Thema Infrarotheizung (oder besser Elektroheizkörper) ist scheinbar nicht totzukriegen.
Die Rechnung stimmt natürlich hinten und vorne nicht.
Aber rechnen wir doch lieber gleich richtig falsch:
Ich weiß nicht so richtig, was Sie mit Vor- und Hauptsaison meinen, wahrscheinlich HT- und NT-Tarife. Warum um Gottes willen wollen Sie elektrische Heizkörper in der NT-Zeit betreiben. In jedem einigermaßen sortierten Haushalt ist die ordinäre Warmwasserheizung ab 22 Uhr:....AUS! Ausgenommen einige verirrte Minuten an den Wochenenden.
Aber ich kenne auch schon die Antwort der Infrarot-Krämer auf diesen Zwiespalt zwischen wollen und Sein:
Die einzigartige Nasa-getestete Tralala-EchtMarmorimitatverblendung der Heizbleche sorgt für intelligente Wärmeabgabe...sie werden nachts aufgeladen und geben mit dem ersten Hahneschrei sparsamst Wärme ab.
Sorry...es ist Blödfug reinsten Wassers, schmalbrüstige E-Heizkörper nächtens aufzuheizen...die Dinger geben vor allem dann Wärme ab, wenn Strom durchfließt, und Wärme wird eben in der HT-Zeit benötigt.

OK...zum Beispiel:
Das Haus hat ca. 185m² WF. Mit Neubaustandard (ENEV) sollte es auf ca. 70 kWh/m²a Heizenergiebedarf kommen (bitte korrigieren Sie mich, müßte ja in den Bauunterlagen ausgewiesen sein), ca. 15 kWh/m²a können Sie pauschal für Warmwassrbereitung rechnen.
Sagen wir mal ganz optimistisch, dass die Strahlungswunderwaffe die Wärme wirklich zu 100% als Wärmestrahlung abgibt, kann man mit einer 2K niedrigeren Raumtemperatur rechnen, ergibt eine theoretische Einsparung von ca. 10 kWh/m²a...damit kommen Sie in Summe Heizung +WW auf 75 kWh/m²a Wärmebedarf, der 1:1 elektrisch bereitgestellt wird (ich unterstelle mal, dass Sie die WW-Bereitung elektrisch bewerkstelligen werden).
Das ergibt dann einen Stromverbrauch von ca. 14.000 kWh/a.
Ich setze da mal ganz optimistisch den HT-tarif von 15ct/kWh an (ob Sie den für die WWB wirklich bekommen?) und komme damit auf:
2.100 €/a
(beim günstigsten Hausstromtarif wären es 2.700 €/a)

Nun das Ganze mal mit Gas: Heizenergiebedarf ist hier höher....da ohne Strahlungsschwurbel gerechnet: 15.700 kWh/a. Ihr günstigster Gastarif liegt bei 7ct/kWh und Wärmeverluste von 10% eingerechnet ergeben sich jährliche Gaskosten von:
1.200 €/a

Wie gesagt, die Gasheizung für so ein Haus sollte kaum mehr kosten als der ganze Elektrozauber für 10T€ (unfassbar).

Sorry, aber ich bin leidgeprüft, was das Thema angeht...von tonnenweise Infrarot-Spam.
Autor: vklinkert
Erstellt: 06.03.2009 - 09:26
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Noch eine Anmerkung:
Theoretisch ist die Infrarotwärmeabstrahlung materialabhängig...sie spiegelt sich im Emissionsgrad wider. Praktisch sind nur die Differenzen meist bedeutungslos. Zum Beispiel. Ordinärer weißer Heizkörperlack hat einen Emissionsgrad von 0,9...0,95, selbst wenn Ihr E-Heizkörper intergalaktische Strahlplatten vorgeschnallt hat, können die theoretisch nur 5% besser abstrahlen...WOW!

Ein gemeiner Heizkörper setzt mit diesen Eigenschaften ca. 30-35% der Wärme in Wärmestrahlung um und gibt den Rest per Konvektion ab. Bei der elektrischen Wunderplatte sieht es nicht viel anders aus...vielleicht schafft sie 40% Strahlungsabgabe...dabei ist es aber völlig Rille, ob Sie ein Heizblech mit Marsbestäubung, mit Doktor Hoffmanns Erbauungslack oder eben ein weiß lackiertes Blech nehmen.
Nennenswert größere Strahlungsanteile erzielen Sie nur mit höheren Flächentemperaturen oder durch Flächenvergrößerung (deshalb funktioniert das mit der Strahlung eben bei Flächenheizsystemen recht gut).

Es ist schon vor Urzeiten gerechnet und gemessen worden, welche Einsparungen durch Strahlungsheizung (wenn sie funktioniert) erzielt werden können. Das Ergebnis ist relativ einfach: Bei hohem Strahlungswärmeanteil kann die Raumlufttemperatur um 1-2K abgesenkt werden...bei gleicher empfundener Temperatur. Man muss also die Raumluft 1-2K weniger aufheizen was eine Energieeinsparung von 6-12% gleichkommt.
Es darf aber angezweifelt werden, ob ein derartiger Strahlungseffekt mit einfachen Elektroheizflächen erzielt werden kann. Sie können es mit Stefan-Boltzmann selbst nachrechnen. Ich habs mir nicht selbst ausgedacht.
Autor: rolf
Erstellt: 16.03.2009 - 11:23
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Es wird doch aber in der Werbung immer von einer speziellen beschichtung gesprochen, die für die Wärmestrahlung sorgt. ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles schwindel sein soll
Autor: vklinkert
Erstellt: 24.03.2009 - 11:16
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
wie gesagt...die Emissionsgrade von ordinärem Heizkörperlack liegen zwischen 0,9 und 0,95, da ist nicht mehr viel Luft nach oben. Genauer gesagt, selbst eine Wunderschicht, die einen Emissionsgrad von 100% erreicht, wird nur eine Verbesserung von ca. 5% ggü. gewöhnlichen Heizkörpern erreichen.
Autor: fmasterrs
Erstellt: 09.04.2009 - 17:30
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
hallo,
sorry, dass ich hier auch mal mitrede :-) und dann auch noch beiden wiederspreche.
zu mr.infrarot:
eine offensichtliche werbeaussage, die aber nicht gerade auf fundiertem wissen über infrarotstrahlung und heizen mit infrarot beruht - da streuben sich mir die nackenhaare!
eine infrarotheizung kann niemals pauschal betrachtenwerden , sondern sollte für jedes objekt konkret vom fachmann berechnet werden. hat mein haus beispielsweise eine innenliegende styropor-dämmung, werde ich mit infrarot gigantische verbrauchswerte erreichen, da die wand als speicher verloren geht und das element nicht aus dem nachheizen herrauskommt... und...und...und...ganz viele andere faktoren.
zu vklinkert:
das andere extrem....ein skeptiker, der schlechte erfahrungen gemacht hat, weil er völlig falsch beraten und informiert worden ist (wahrscheinlich von einem mr.infrarot*g*)...
ich selbst bin seit 2 jahren nutzer einer infrarotheizung, sowohl als folienheizung in der decke, heizkabel im bad (fliesen) und in den anderen räumen heizpaneele, die keine spezielle wunderfarbe haben, sondern nur sogenannte thermokristalle, die aber nix anderes machen, als die oberfläche zu vergrößern...also keinerlei wunder.
fakt ist allerdings, dass ich effektiv 45% geringere heizkosten habe als bei meiner gasheizung zuvor. ausserdem habe ich keine wartungskosten, keine schornsteinfegerkosten und brauche mich um die heizung nicht zu kümmern. die günstigen heizkosten erreicht man aber nur, wenn man die temperatur möglichst wenig absenkt...also vklinker... nachts heizung aus...morgens heizung an FEHLER! hier braucht eine infarrotheizung viel zu viel energie um die körper im raum und die wände neu aufzuheizen - hohe stromrechnung vorprogrammiert! - wenn ich gleichmäßig durchheize, mit einer nachtabsenkung von maximal 5 grad, nutze ich die speicher und sekundärstrahlung der wände optimal und spare erheblich an kosten. (übrigens auch bei konventionellen konvektiven heizungen *zwinker*)

lg
fmasterrs
Autor: vklinkert
Erstellt: 22.05.2009 - 19:50
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
ich bin nicht garnicht beraten worden...:)
Es ist natürlich kritisch, eine alte Gasheizung mit einer Infrarotheizung zu vergleichen, korrekterweise müsste natürlich mit einer neuartigen Gas-Brennwertheizung verglichen werden und dann bezweifle ich, dass sich dieser Vorteil zeigt.
Die Einsparung wird allein durch die mögliche Absenkung der Lufttemperatur um ca. 2-3 K erreicht. Damit wird die Einsparung i.d.R. bei 12-18% liegen.
Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn der Strompreis liegt halt deutlich mehr als 20% über dem Gas- und Ölpreis
Autor: rolf
Erstellt: 03.06.2009 - 09:00
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
ich habe aber gelesen, dass aufgrund der Wärmestrahlung überhaupt keine Lüftungswärmeverluste auftreten und diese nehmen ja bei einem gewöhnlichen Haus bis zu 50% des Wärmebedarfs ein?

Rolf
Autor: vklinkert
Erstellt: 05.06.2009 - 09:15
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Hallo Rolf,

das ist natürlich Unsinn. Lüftungswärmeverluste entstehen durch den Luftaustausch im Gebäude, der einfach aus hygienischen Gründen notwendig ist. Es gibt verschiedene Angaben zum Mindestluftwechsel, einmal Personenbezogen (35 m³/h pro Person) und einmal aus der ENEV (0,4 mal das Raumvolumen stündlich). Letztere Angabe dient eher als Grundlage energetischer Betrachtung, erstere repräsentiert lufthygienische Anforderungen. Bei älteren Gebäuden wird der reale Luftwechsel immer höher sein, aufgrund der vergleichsweise undichten Fenster- und Türfugen. Neuere Gebäude sind schon relativ dicht, hier muss man bewußt oder sogar maschinell lüften.
In jedem Fall ersetzt dabei aber im Winter kalte Außenluft die warme Raumluft und muss mit aufgeheizt werden. Das ist natürlich auch bei Infrarotheizung so, denn auch hier wird die Raumluft erwärmt. Die Lufttemperatur kann aufgrund des Strahlungsanteils ca. 2 K niedriger sein als bei konventioneller Heizung und entsprechend wird auch der Lüftungswärmebedarf hier um die 12% niedriger sein. Mehr aber auch nicht.

Gruß

Vk
Autor: rolf
Erstellt: 05.06.2009 - 15:06
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
wie kommen Sie auf 12% Einsparung?
Autor: vklinkert
Erstellt: 08.06.2009 - 09:01
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Das ist eine relativ einfache Überschlagsrechnung:
Der Transmissions- und Lüftungswärmeverlust werden u.a. von der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen bestimmt. Dieses Delta geht als unmittelbarer Multiplikator ein. Die mittlere Außentemperatur während der Heizperiode liegt in unseren Breiten so etwa bei 4°C; normale Innnentemperaturen bei 20°C. Die Differenz beträgt also im Mittel 16 Kelvin.
Wird die Innentemperatur um 1K gesenkt, verrigert sich die Temperaturdifferenz um ein sechzehntel, also ungefähr 6%. Bei einer Absenkung um 2 K sind das ca. 12%, die sich direkt proportional auf die Wärmeverluste auswirken.
Autor: rolf
Erstellt: 12.06.2009 - 13:10
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Aber die Luft wird doch bei Wärmestrahlung garnicht erwärmt, also gibt es auch keine Lüftungswärmeverluste!
Autor: vklinkert
Erstellt: 15.06.2009 - 13:54
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Das stimmt nicht. Auch "strahlungsoptimierte" Heizflächen haben noch einen Anteil konvektiv abgegebener Wärme, der zwischen 30 und 40% liegt. Die angestrahlten Oberflächen (Personen, Wände, Decke, Boden, Möbel etc.) erwärmen sich und geben wiederum den überwiegenden Teil der Wärme konvektiv an die Umgebungsluft ab. Die Luft erwärmt sich also fast in gleichem Maße wie bei der normalen Konvektionsheizung (die im übrigen auch einen erheblichen Teil der Wärme in Form von Infrarotstrahlung abgibt)
Autor: gtlo36
Erstellt: 16.07.2018 - 12:59
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Ich habe gehört, dass zulanges Sitzen unter einer Infrarotheizung nicht gut für die Haare sein soll. Die sollen wohl deutlich schneller ausfallen. Da ich im Winter ständig darunter sitze habe ich mir auf dieser Seite schon mal Informationen zu einer Haartransplantation geholt. Das ist ganz schön teuer. Ich glaube das friere ich lieber das eine oder andere Mal.
Autor: Greg
Erstellt: 19.10.2018 - 13:43
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Sogar sehr günstig, würde ich sagen.
Autor: thomaskerb
Erstellt: 16.01.2019 - 08:26
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Also ich habe mir auch eine Infrarotheizung zugelegt unde muss sagen, ich bin wirklich begeistert, die Kosten sin gesunken und man fühlt sich nun viel wohler, da nicht die Raumluft erwärmt wird sondern direkt den Körper im Raum
Autor: TobiasJung
Erstellt: 18.02.2019 - 15:12
Betreff: re: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
gtlo36 schrieb:
Ich habe gehört, dass zulanges Sitzen unter einer Infrarotheizung nicht gut für die Haare sein soll. Die sollen wohl deutlich schneller ausfallen. Da ich im Winter ständig darunter sitze habe ich mir auf dieser Seite schon mal Informationen zu einer Haartransplantation geholt. Das ist ganz schön teuer. Ich glaube das friere ich lieber das eine oder andere Mal.


Und ich habe etwas ganz anderes gehört, dass die Infrarotstrahlung das Immunsystem stärkt und die Blutzirkulation verbessert. Wie lange sitzt Du denn unter der Heizung und in welchem Abstand?
Autor: Mehmedi
Erstellt: 11.10.2019 - 20:55
Betreff: re: Infrarotheizung...günstig und behaglich?
Wurde sich denn entschieden für eine Infrarotheizung ? Also ich muss sagen, dass man zu der Art Heizung echt so einiges finden kann.
Ich muss sagen, dass ich mich auch umgesehen habe nach Informationen zu dieser Heizung. Verschiedene Seiten habe ich gefunden wo ich mich schlau gemacht habe.
Natürlich ist es auch so, dass jeder für sich entscheiden muss wie er heizen will.

Bei mir ist es so, dass ich mich dann am Ende bei -Link gelöscht-] informiert habe. Dort kannst du dich auch mal umschauen, bin mir sicher das es dir helfen kann.

Ich jedenfalls lasse mich noch von einem Fachmann beraten. So gehe ich auf Nummer sicher.
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